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Deutscher
Nutzfahrzeugpreis auf der IAA verliehen
Mercedes Sprinter gewinnt vor VW Crafter, Peugeot Boxer und Fiat
Ducato
 Hannover, 22. September 2006.
Der Motor jedes Transporters wurde genau inspiziert, Lade- und
Nutzungsmöglichkeiten getestet sowie die Fahreigenschaften
in der Praxis unter die Lupe genommen. Auch die Wirtschaftlichkeit
floss in die Bewertung bei der Vergabe des deutschen Nutzfahrzeugpreises
2006/2007 mit ein. Heute Vormittag auf der 61. IAA Nutzfahrzeuge
in Hannover war es dann soweit: Der Mercedes Sprinter wurde beim
3. Nutzfahrzeugtag des deutschen Handwerks als Sieger des renommierten
Wettbewerbs gekürt. Wilfried Porth, Leiter Geschäftsbereich
Mercedes-Benz Transporter, nahm die Skulptur und die Urkunde
aus den Händen von Verleger Alexander Holzmann und Prof.
Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie
(VDA), entgegen. Auf Rang 2 fuhr der VW Crafter, den dritten
Platz teilten sich der Peugeot Boxer und der Fiat Ducato.
Der Wettbewerb wurde zum achten Mal vom Holzmann Verlag Bad Wörrishofen
(„handwerk magazin“ und „Deutsche Handwerks Zeitung“)
ausgeschrieben. In diesem Jahr hatten die Handwerksunternehmen,
die die Transporter zwei Tage lang hinsichtlich Fahrerkabine, Laderaum
und Nutzung, Wartung und Service sowie Fahrverhalten auf Herz und
Nieren prüften, eine Qual der größeren Wahl, denn
in der Kategorie der Transporter bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht haben
die Hersteller 2006 besonders viele Neuheiten auf den Markt und
damit ins Rennen um den Preis gebracht. „Dieser Preis trägt
dazu bei, innovative Fahrzeug-Lösungen für das Handwerk
zu fördern, in dem es so genannte `Best Practice´ prämiert“,
so Joachim Dirschka, Mitglied des Präsidiums des Zentralverbandes
des Deutschen Handwerks (ZDH), bei der Preisverleihung. Das Handwerk
sei mehr denn je auf gute Fahrzeuglösungen angewiesen. „Der
Kunde erwartet zu Recht, dass wir mobil und schnell sind. Der Transporter
spielt dabei eine wichtige Rolle. Er bringt uns zu unseren Einsatzorten,
er dient als Lieferfahrzeug und manchmal sogar als fahrende Werkstatt“,
sagte Dirschka.
VDA-Präsident Prof. Gottschalk verwies auf die besondere
Rolle des Transportes. „Er ist mit seinem Variantenreichtum
das ideale Produkt für die Handwerksunternehmen, um ihre vielfältigen
Aufgaben zu erledigen.“ Die Einsatzmöglichkeiten seien
beinahe unendlich – ob für den Elektroinstallateur,
die Blumenlieferung, die Kurier-, Express- und Paketlieferung,
als Feuerwehrfahrzeug oder IAA-Shuttle. In den letzten Jahren hat
die Zahl der zugelassenen Transporter deutlich zugelegt. Allein
seit 2002 ist der Bestand im Segment bis 3,5 t um rund 100.000
Fahrzeuge auf jetzt 1,9 Millionen angestiegen. „In kaum einer
anderen Branche werden mehr Fahrzeuge – vorwiegend Transporter
und Pkw-Kombi – gefahren als im Mittelstand Handwerk“,
betonte Alexander Holzmann.
Nach der Preisverleihung diskutierten die Teilnehmer des Gemeinschaftssymposiums
von VDA und ZDH beim 3. Nutzfahrzeugtag des deutschen Handwerks
unter der Überschrift „Handwerk und Stadtverkehr“ die
Rahmenbedingungen, die dem Handwerk auch in Zukunft den reibungslosen
Einsatz von Transportern in Innenstädten ermöglichen
sollen. „Ohne Zweifel ist das Handwerk darauf angewiesen,
in die Innenstadt fahren zu können. Ein Dachdecker oder Fließenleger
mit Werkzeug und Material kommt mit der Stadtbahn nicht zum Kunden.
Das Handwerk betrachtet mit Sorge die Diskussionen um Zufahrtsbeschränkungen
und Fahrverbote“, sagte VDA-Präsident Gottschalk. Das
zeigte auch die Veranstaltung mit hochrangigen Experten, bei der
sich die Gäste unter anderem mit der Frage beschäftigten:
Wie lassen sich die Auflagen der Feinstaubverordnung in den Luftreinhalte-
und Aktionsplänen effektiv umsetzen, ohne die Mobilität
des Handwerks zu stark einzuschränken?
Für ZDH-Präsidiumsmitglied Dirschka stand fest: „Die
Preisträger des Nutzfahrzeugpreises zeigen: Die richtige `Hardware´ hilft
dabei, ökonomische und ökologische Zielsetzungen in Einklang
zu bringen. Die ausgezeichneten Modelle sind nicht nur innovativ – sie
sind auch umweltfreundlich.“
Holger Krahmer, Mitglied des Europäischen Parlaments, kritisierte
die Umsetzung der EU-Vorgaben für die Luftqualität in
Deutschland. Zwar gebe die EU-Richtlinie Grenzwerte vor, verpflichte
aber nicht dazu, dass 400 von 1000 Messstellen Europas in Deutschland
angesiedelt seien. Er versprach sich bei der Neufassung der Richtlinie
in Brüssel für pragmatische Lösungen einzusetzen,
die den Kommunen mehr Zeit lassen und sie nicht zu kurzfristigem
Aktionismus verpflichten und forderte, von der Diskussion über
Tagesgrenzwerte wegzukommen, um sich auf die relevantere Jahresbelastung
konzentrieren zu können.
Wilfried Porth, Leiter Transporter
bei Mercedes-Benz, verwies auf die erheblichen Erfolge, die die
Automobilindustrie bei der
Emissionsminderung bereits erzielt habe. Damit habe die Industrie
ihre Innovationskraft immer wieder aufs Neue unter Beweis gestellt
und einen zentralen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität
geleistet. |