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Alles wird gut
Die Weichen für ein erfolgreiches Autojahr 2007 sind gestellt.
20.12.2006
Im Autohaus dreht sich derzeit alles um die Mehrwertsteuererhöhung.
Mit "Sparmodellen", "Nullkommanix-Wochen" und "Nullgierig"-Werbeslogans
erlassen Hersteller wie Opel, Citroën oder die tschechische
VW-Tochter Skoda Käufern die Mehrwertsteuer. In den letzten
Wochen des alten Jahres ziehen die Verbraucher rund 50.000 Neuwagenkäufe
wegen der Steuererhöhung vor. Als Folge werden die Händler
Anfang 2007 oft recht einsam in ihren Verkaufsräumen stehen.
Die Rabatte könnten im Frühjahr ihren Höhepunkt
erreichen.
Angst und Schrecken verbreitet die am 1. Januar in Kraft tretende
höhere Steuer aber nicht mehr. Zwar erwartet der Verband der
Automobilindustrie (VDA) zu Jahresbeginn einen Bremseffekt, doch
im weiteren Jahresverlauf werde beim Absatz wieder Gas gegeben.
Der Inlandsmarkt werde 2007 mit 3,4 Mio. Neuzulassungen auf Vorjahresniveau
liegen. Zudem hat der Export inzwischen viel größere
Bedeutung als der Binnenmarkt. "Von dem direkt in der Autoindustrie
erzielten Umsatz entfallen drei Fünftel auf den Auslandsumsatz",
sagt VDA-Präsident Bernd Gottschalk. Das entspreche 150 Mrd.
Euro. Im Ausland sind deutsche Wagen so gefragt wie nie. Zum fünften
Mal in Folge rechnen die Autohersteller 2007 mit einem Exportrekord.
Die deutschen Hersteller sind 2006 wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt.
Auch die zuletzt schwächelnden Marken haben Fortschritte gemacht,
und die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen zeigen Erfolge.
Opel kehrt 2006 erstmals seit Jahren wieder in die Gewinnzone zurück.
Der VW-Konzern und Mercedes-Benz haben zuletzt mit unerwartet guten
Zahlen überrascht. BMW, Porsche und Audi steuern im laufenden
Jahr Bestmarken beim Absatz an – und wollen weiter wachsen.
Mit einer Flut neuer Modelle wollen die Autohersteller 2007 neue
Kunden finden. Laut Studien rollen 104 Varianten und Neuheiten
auf den Markt, vor allem im Mittelklasse-Segment.
"Die deutschen Autobauer stehen wieder gut da", sagt
Autoanalyst Eric Heymann von der Deutschen Bank. "Sie haben
in allen wichtigen Märkten Anteile gute gemacht und haben
eine überzeugende Modellpalette im Angebot." Damit setzten
sich die heimischen Hersteller von der europäischen Konkurrenz
ab, insbesondere den französischen Marken, die wegen hausgemachter
Probleme und auslaufender Modelle mit Absatzproblemen kämpfen.
2006 rollen rund 5,4 Mio. Wagen am Standort Deutschland von den
Bändern. Das ist ein Prozent mehr als im Vorjahr und ein erneuter
Rekord. Als Wachstumsmärkte für die deutsche Autoindustrie
gelten die boomenden Schwellenländer wie China, Indien und
Russland. Immer mehr Hersteller eröffnen Fabriken im günstigen
Osteuropa, die Überkapazitäten steigen. "Der Druck
auf die Hersteller nimmt zu", sagt Experte Christoph Stürmer
vom Prognoseinstitut Global Insight. "Aber sie wissen, in
welche Richtung sie sich bewegen müssen: weitere Verbesserung
der Produktivität, einfachere Prozesse und Arbeitsplatzgarantie,
um die Beschäftigten nicht zu verunsichern."
"Zuverlässiger Arbeitgeber"
Autofachleute erwarten, dass der Druck auf die Beschäftigung
anhält, wie sich am VW-Werk Brüssel zeigt, in dem 4.000
Arbeitsplätze bedroht sind. Die großen Stellenabbauprogramme
bei Mercedes, VW und Opel sind jedoch abgeschlossen oder bereits
gestartet. In diesem Jahr sind in der Branche mit 751.000 Beschäftigten
15.000 Stellen weg gefallen, im nächsten Jahr soll die Mitarbeiterzahl
stabil bleiben. "Auf längere Sicht betrachtet ist die
Autoindustrie ein zuverlässiger Arbeitgeber. In den letzten
zehn Jahren sind in Deutschland 100.000 Arbeitsplätze dazu
gekommen", sagt Analyst Heymann. (von Marion Trimborn)
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