|
Umweltplakette
Jedem vierten Fahrzeug droht ein Fahrverbot
20.12.2006
Jedes vierte Fahrzeug in Deutschland könnte ab März ausgebremst
werden.
Der TÜV Süd hat heute nochmals Details zur Umweltplakette
veröffentlicht, die ab kommenden März eingeführt
wird. Nur mit einer solchen Plakette sei die Einfahrt in eine Umweltzone
möglich, auch wenn man einen Pkw der niedrigsten Schadstoffstufe
fährt. Voraussichtlich ab Februar sind die roten, gelben oder
grünen Plaketten bei Zulassungsstellen, AU-berechtigten Kfz-Fachbetrieben
und TÜV-Centern für ca. fünf Euro erhältlich,
die dann deutlich sichtbar an der Innenseite der Windschutzscheibe
angebracht werden muss.
Welches Fahrzeug welche Farbe bekommt, richtet sich nach der in
den Fahrzeugpapieren eingetragenen Emissionsschlüsselnummer.
In den alten Fahrzeugscheinen (ausgestellt vor dem 1. Oktober 2005)
sind sie im Feld "zu 1" (Fahrzeug und Aufbauart) zu finden.
Relevant ist von der mehrstelligen Zahl die fünfte und sechste
Ziffer. Sie ergibt die Emissionsschlüsselnummer. In den neuen
Papieren steht die Nummer zwei Zeilen unterhalb der Euronorm (s.
Downloadbox rechts). Während z.B. für Motorräder,
Traktoren und Rettungswagen Ausnahmen gelten, ist derzeit laut
TÜV Süd noch völlig offen, wie bei Oldtimer-Veranstaltungen
verfahren wird.
Ziehe man die KBA-Bestandszahlen vom 1. Januar 2006 heran, drohe
mindestens einem Viertel der in Deutschland zugelassenen Pkw und
Lkw (Klassen M1, M2, M3 und N) auf jeden Fall ein Fahrverbot, so
der TÜV Süd weiter. Bei einem bundesweiten Bestand von
45,2 Mio. Fahrzeugen würden immerhin 11,7 Mio. ohne emissionsoptimierende
Maßnahmen keine Plakette erhalten. Eine rote Plakette bekämen
1,8 Mio. Kfz (vier Prozent des Gesamtbestandes), eine gelbe 4,3
Mio. (elf Prozent) und eine grüne Plakette 26,7 Mio. Einheiten
(59 Prozent). Der ADAC kritisierte, dass unter den 6,7 Mio. betroffenen
Pkw 5,6 Mio "relativ saubere" Autos mit Ottomotor und
einem geregelten Katalysator seien.
Angezeigt wird die Umweltzone durch ein neues, rechteckiges Verkehrsschild
mit rotem Kreis auf weißem Grund. In der Mitte steht das
Wort "Umwelt". Darunter sind die Umweltplaketten in grün,
gelb und rot abgebildet – ein Signal dafür, welche Fahrzeuge
in der Zone fahren dürfen. Am Ende der Umweltzone stehen schwarz-weiße "Aufhebungsschilder".
Spätstart in vielen Kommunen
Allerdings dürfte sich in vielen Kommunen die Einrichtung
der Umweltzonen noch verzögern. So meldete z.B. die "Süddeutsche
Zeitung" in ihrer heutigen Ausgabe, dass der in München
ohnehin erst für Oktober 2007 vorgesehene Starttermin in Frage
steht. Als Grund nannte der Umweltreferent der Stadt der Zeitung
die überraschend hohe Zahl von 80.000 in der Landeshauptstadt
zugelassenen Fahrzeugen, die von einem Fahrverbot betroffen wäre.
Man müsse nun neu über die Umweltzone, die ursprünglich
den gesamten Bereich innerhalb des Mittleren Rings umfassen sollte,
nachdenken. (ng)
Auf dem Zusatzzeichen sind alle Plaketten der vom Verbot ausgenommenen
Fahrzeuge abgebildet, also maximal drei Farben. Foto: istockphoto/David Stockmann/Montage
Foto 2: TÜV Süd
Copyright © 1998 – 2006 by AUTOHAUS Online
News-Übersicht
|