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Millionen Pkw vertragen E10 nicht
Die höhrere Beimischung des aus Pflanzen gewonnenen Ethanols in den Bezinkraftstoff steht vor dem Aus. Den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der deutschen Hersteller sowie der Importeure zufolge vertragen mehr als eine Million Fahrzeuge die zehnprozentige Ethanol-Beimischung (E10) nicht. Diesen Wert hatte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel mehrfach als kritische Marke ausgegeben, die nicht überstiegen werden dürfe.
Weniger Modelle als erwartet meldet zwar der Verband der Automobilindustrie (VDA). Der Interessenvertretung der deutschen Hersteller zufolge sind nur 189.000 Fahrzeuge aus heimischer Produktion betroffen, die wegen einer zehnprozentigen Beimischung von Ethanol in den Benzinkraftstoff auf das teurere Super-Plus umsteigen müssten. "Insgesamt können über 98 Prozent der rund 21 Millionen Fahrzeuge deutscher Hersteller mit Benzinmotor mit der neuen Kraftstoffsorte (E10) betankt werden", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann.
Große Probleme der Importfahrzeuge
"Wir rechnen mit einer siebenstelligen Zahl, die Million wird überschritten", sagte dagegen ein Sprecher des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) auf Anfrage. Es handle sich bei diesen Angaben jedoch weiterhin um eine Schätzung, da die Verbandsmitglieder die Ermittlung der genauen Zahl noch nicht abgeschlossen hätten. "In der Masse wird die Beimischung nicht funktionieren, es handelt sich um ein gravierendes Problem", erläuterte der VDIK-Sprecher die Position seines Verbandes.
Die Bundesregierung wollte ursprünglich den Bioethanolanteil im Benzin 2009 von fünf auf zehn Prozent erhöhen, um den Ausstoß von CO2 aus fossilien Kraftstoffen zu senken. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat aber zugesagt, die umstrittene Zwangsbeimischung zu stoppen, wenn mehr als eine Million Autos das Gemisch nicht vertragen. Nach der Vorlage der Zahlen hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) inzwischen vom "faktischen Aus" für die höhere Biokraftstoffbeimischung gesprochen.
ZDK: Schnell Klarheit schaffen
Unabhängig von der endgültigen Entscheidung über den künftigen Bioethanol-Anteil hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Zusammenarbeit mit den Herstellern und Importeuren eine Liste jener Fahrzeuge ergestellt, die den E10-Sprit nach Aussage der Produzenten vertragen.Angesichts der weiterhin noch unklaren Entwicklung dringt der ZDK auf eine schnelle Vorlage der Zahlen, um die Verunsicherung der Käufer speziell im Gebrauchtwagenmarkt zu beenden.
Die Biosprit-Debatte wird auch die Aussteller auf der am Freitag beginnenden Leipziger Automobilmesse AMI beschäftigen. Die AMI könne mit dem Angebot dafür sorgen, dass der überalterte Fahrzeugbestand durch moderne verbrauchs- und ausstoßärmere Modelle ersetzt werde, sagte Messe-Chef Wolfgang Marzin am Donnerstag laut einer Mitteilung. Schwerpunkte der Messe seien alternative Antriebsarten und umweltgerechtere Technologien.
Quelle: dpa
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